Umah Bé –
Haus der Fische
Und Dapur Bali Mula, die Küche des ursprünglichen Bali · Desa Les, Tejakula, Nordbali
Vor der Küste von Les wächst ein Riff, kunterbunt und lebendig. Korallen sitzen auf Kuppeln aus Beton und auf Figuren, die aussehen wie ein Krokodil aus Brot – die Fischer nennen sie roti buaya, nach dem traditionellen indonesischen Brot in Krokodilform. Schwärme bunter Fische ziehen hindurch, Schildkröten schwimmen wieder ganz selbstverständlich vorbei. Die Fischer haben einen Traum: Ihre Bucht soll ein umah bé werden, ein Haus der Fische. Ein gutes Stück davon ist schon wahr geworden.
Ein paar Hügel weiter oben kocht ein Tempelpriester über Holzfeuer Gerichte, die nicht verloren gehen sollen. Mit dem Fisch, den die Fischer am Morgen an Land bringen, und mit dem Salz von der Küste vor dem Dorf. Vom Meer auf den Tisch, von einer Generation zur nächsten: ein Kreislauf, wie er schöner kaum sein könnte.
Les liegt an der stillen Nordostküste Balis, zwischen Vulkanhängen und Meer. Der Boden ist karg, Reisfelder gibt es kaum. Die Menschen hier haben immer von dem gelebt, was ihnen das Meer und das Land geben. Genau das macht dieses Dorf besonders: Genutzt wird, was die Natur hergibt, und nicht mehr. Das war nicht immer so. Aber es ist wieder so geworden.
Wie ein Dorf voller Fischer sein eigenes Riff zerstörte und es dann mit den eigenen Händen zurückholte – und warum ein Tempelpriester heute kocht, was das Meer wieder hergibt.