Ein Ort, der dich
nicht gehen lässt
Zwischen Karibischem Meer und stiller Lagune — und einem Namen, der auf Wayuú bedeutet: mit dem Wind fliegen.
Awatawaa liegt auf einer schmalen Sanddüne zwischen zwei Welten: vorne das Karibische Meer, hinten die Lagune Ciénaga de Mababita. Zwei völlig verschiedene Naturräume, beide direkt von der eigenen Terrasse erreichbar. Auf der einen Seite Brandung, Pelikanflüge, offener Horizont. Auf der anderen: stilles, fischreiches Wasser, in dem Flamingos, Reiher und Rosalöffler Nahrung suchen — so nah, dass man die Farben erkennt. Die Lodge selbst: zwölf Teakholz-Hütten mit Liebe gestaltet, direkt am Strand — sechs Familienhütten für drei bis sechs Personen und sechs Doppelhütten, eine davon mit eigenem Jacuzzi.
Man wacht auf mit Vogelgesang. Nicht als Hintergrundgeräusch — als Konzert. Die Lagune beginnt gleich hinter den Hütten, der Spaziergang dorthin braucht keine Karte und keinen Guide. Früh morgens ist das Licht am schönsten, die Vögel am aktivsten. Flamingos, Ibisse, Pelikane. Zurück am Strand: schwimmen, liegen, lesen. Kein Programm, kein Animateur. Viele Gäste verlängern ihren Aufenthalt spontan — nicht weil sie noch etwas sehen wollen, sondern weil sie sich dem Rhythmus des Ortes überlassen haben und diesen nicht loslassen wollen.
„Das Meer wird Teil von einem — Teil des eigenen Rhythmus, des Atems, der Seele. Es verändert sich mit Wind, Gezeiten, Wetter. Aber es ist immer da, stark und beständig.“Paula, Gründerin Awatawaa
© Paula Awatawaa Lodge
Am Abend kommt der Fisch direkt von den Fischern, die man den ganzen Tag vor der Lodge im Wasser gesehen hat. Was Yoleida — die Köchin der Lodge — daraus macht, ist das, worüber Reisende noch Wochen später schreiben: frisch, kolumbianisch, überraschend gut. Besser, schreiben viele, als in gehobenen Restaurants der Region. Und man schläft ein, weil das Meer das übernimmt.
Hinter all dem steckt Paula — Gründerin, Managerin, Gastgeberin mit Herzblut. Sie spricht Deutsch, Englisch und Spanisch und ist jederzeit ansprechbar. Das Team stammt aus der umliegenden Gemeinschaft und aus Familien, die Paula persönlich kennt — ihre Kinder, ihre Sorgen, ihre Geburtstage. Sie bildet aus, zahlt fair, kauft bei den lokalen Fischern und Bauern ein. Es ist total schön zu sehen, wie so etwas gemeinschaftlich funktionieren kann.
„Meine Rolle ist einfach: die Verbindung zu vertiefen — damit man zurückfindet zu sich selbst, zu den Menschen, zur Natur.“Paula, Gründerin Awatawaa
Die Hütten sind für Paare ebenso wie für Familien ausgelegt. Besonders die Paarhütten beeindrucken: privater Jacuzzi auf der Terrasse, Meerblick, Kerzenschein. Ein echter Luxusmoment — eingebettet in wildeste Natur. Abends gibt es manchmal Lagerfeuer am Strand, und gelegentlich kommt eine Musikgruppe aus dem Nachbardorf. So lernt man viel über die lokale Kultur und die Menschen, die dort leben — etwas wirklich Schönes.
Wer mehr Bewegung sucht, findet sie in der Nähe. Direkt vor der Tür: River Tubing auf dem Río Jerez in Dibulla — und gleich dazu eine Begegnung mit der kulturellen Vielfalt der Region, denn hier leben Wayuú, Wiwa, Kogui und Arhuaco Seite an Seite. Etwas weiter weg, rund eine Stunde oder etwas mehr: Río Don Diego, ebenfalls bekannt für River Tubing durch den Dschungel, mit Brüllaffen am Ufer. Unterwegs liegt Taironaka: eine archäologische Stätte der Tayrona, wo Kogui-Gemeinschaftsmitglieder noch heute leben. Die Natur selbst wechselt auf kleinem Raum: Mangrovenwälder, verschiedene Kaktusarten, und ganz in der Nähe die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada de Santa Marta mit ihren mächtigen alten Bäumen. Auch die lokale Fischergemeinschaft hat viel zu zeigen — vom Boot bis zum Markt. Wer den ganzen Weg gehen will: Im selben Magazin findet sich ein Artikel über den Lost City Trek mit Wiwa Tours. Die naheliegende Reihenfolge: erst der Trek, dann das Meer.
© Paula Awatawaa Lodge
© Paula Awatawaa Lodge
Für Reisende, die tief in die kolumbianische Kultur eintauchen wollen. Die zugleich etwas Luxus — ein Jacuzzi mit Meeresblick, ein Abendessen das überrascht — als auch echte Nähe suchen: zu den Menschen, die dort arbeiten und leben, zu den Familien des Dorfes, zur wilden Tierwelt der Lagune. Für alle, die ein paar genussvolle Tage am Strand verbringen wollen — und dabei etwas wirklich Besonderes in Kolumbien erleben möchten.
Anreise
Nächster Flughafen: Riohacha, nur etwa 1 Stunde entfernt. Santa Marta liegt rund 2,5 Stunden weg. Ein Jeep ist nicht mehr nötig — fast jedes Auto kommt problemlos an, auch bei Regen.
Beste Reisezeit
Dezember bis April trocken. April/Mai etwas Regen. Juni bis September wieder trocken. Oktober/November Regenzeit. Das Meer ist das ganze Jahr über ruhig und schön — und die Regenzeit fällt von Jahr zu Jahr unterschiedlich aus, mit eher kurzen Schauern, meist abends oder nachts.
Unterkunft
12 Teakholz-Hütten, alle mit Strandzugang und Meerblick — 6 Familienhütten (3–4 bzw. 4–6 Personen) und 6 Doppelhütten, eine davon mit privatem Jacuzzi auf der Terrasse. Solarstrom, Kerzenschein am Abend. Flamingo Suite: grösseres Deck, laut Gästen den Aufpreis wert.
Essen
Vollpension empfohlen. Frischer Fisch täglich von lokalen Fischern. Vegetarische Optionen vorhanden.
Buchung & Kontakt
www.awatawaa.com
Instagram: @awatawaaecolodge
Paula spricht Deutsch, Englisch und Spanisch.
Morgenspaziergang Ciénaga de Mababita (eigenständig — Flamingos, Reiher, Ibisse, Pelikane) · Strandschwimmen · Stand-Up-Paddling & Surfen · Kayak · Yoga · Angeln
Direkt in der Nähe der Lodge. Treiben durch die Flusslandschaft, dabei ein erster Einblick in die kulturelle Vielfalt der Region — Wayuú, Wiwa, Kogui und Arhuaco leben hier in unmittelbarer Nähe zueinander.
Ca. eine Stunde oder etwas mehr entfernt. Durch den Dschungel treiben, Brüllaffen beobachten, auf einem einsamen Karibikstrand landen. Unterwegs: Taironaka, archäologische Stätte der Tayrona mit lebendiger Kogui-Gemeinschaft.
Per Kanu durch das Flamingo-Schutzgebiet bei Camarones, geführt von Wayuú-Guides. Lässt sich direkt mit der Lodge buchen — Awatawaa organisiert das zuverlässig, sowohl per Boot als auch per Auto. Für Ausflüge in die Hohe Guajira, nach Tayrona oder Montes de Oca empfiehlt sich zusätzlich Wiwa Tours.
→ wiwatour.com
4 Tage durch die Sierra Nevada de Santa Marta mit indigenen Wiwa-Guides. Als Vor- oder Nachprogramm ideal. Mehr dazu im eigenen Artikel in dieser Ausgabe.
→ wiwatour.com
Ich war nicht dort. Aber Paulas Worte haben mich berührt — wirklich berührt. Sie beschreibt diesen Ort mit so viel Seele. Nicht nur die Natur, nicht nur die Lage zwischen Meer und Lagune. Sondern die Menschen. Sie kennt jedes Familienmitglied ihrer Mitarbeiter beim Namen. Das ist nicht Management — das ist Menschlichkeit. Und genau das spiegelt sich in dem wider, was Gäste immer wieder beschreiben: eine Wärme, die man nicht bestellen kann. Paula hat mit einfachen Mitteln etwas Unglaubliches aufgebaut — einen Ort, den man so nicht einfach woanders erlebt.